Podiumsdiskussion

„Die Wiederentdeckung des Faktischen oder: Wissenschaft als fünfte Gewalt?“

Die Trias von Wiederaufbau, Rekonstruktion und Erneuerung kann auch auf Konzepte und Begriffe angewandt werden, die immer wieder neu interpretiert, erstritten und durchdrungen werden müssen. Ein solcher Begriff ist das Faktische und die damit verbundene Überzeugung, dass es in der Welt ‚da draußen’ Fakten und Wahrheiten gibt, um deren Erkenntnis sich die Menschen bemühen müssen. Nicht nur, weil es ethisch richtig ist, sondern weil es notwendig ist, um ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Diese Mühe gilt es zu schultern, ganz besonders wenn man sich beruflich mit Fakten und Wahrheiten beschäftigt. Für Wissenschaftler und Wissen­schaftlerinnen stelllt sich die Frage, ob nicht in Analogie zu den Medien als vierte Gewalt die Wissenschaft sich als fünfte Gewalt verstehen sollte, die ihre Verpflichtung darin sieht, gesicherte und wahre Informationen in die Gesellschaft einzuspeisen und gesellschaftliche Diskurse auf ihre Faktizität und auf ihre Wahrheit hin zu hinterfragen.

Folgende Personen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt:

Barbara Vinken (Professorin für Allgemeine und französische Literaturwissenschaft, LMU München)

Heinz Bude (Professur für Soziologie, Universität Kassel)

Andreas Gardt (Professur für Germanistische Linguistik, Universität Kassel, Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen)

Paul Ingendaay (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Moderation: Angela Schrott